Erklärungsversuch

Im Laufe der Jahre habe ich mich ganz hervorragend daran gewöhnt, Dinge anzustellen, die meinen Eltern, meiner Schwester, Verwandten, Freunden oder Bekannten rätselhaft erscheinen. Mir selber übrigens auch. Und das nicht gerade selten. Es ist wohl mein “Bauchgefühl”, dem ich oftmals hilflos ausgeliefert bin. Dass bei mir noch ein konstantes Kribbeln im Kopf und eine immerwährende Unruhe in den Beinen dazukommen, macht die Sache nicht gerade vorhersehbarer. Die Sache? Sie wissen schon. Das Leben.  All das, was wir tagein, tagaus tun und all das, was uns alltäglich passiert.

Ich vermute, die meisten werden zustimmen, wenn ich behaupte, dass man sein Tun beeinflussen kann. Selbstbestimmtes Handeln halt. Und was ist mit dem, was uns widerfährt? Sind wir dem etwa hilflos ausgeliefert? Für mich ist beides – und ich bin sehr dankbar für diese synaptische Reaktion – unmittelbar miteinander verknüpft. Nichts passiert einfach so, und nichts von dem, was wir tun, bleibt ohne Konsequenz. Das Anstrengende an dieser Lebenseinstellung ist, dass man zur konstanten Reflexion neigt. Immer alles zu hinterfragen kostet Zeit und manchmal auch viel Energie. Das Wunderbare daran jedoch ist, dass man seinen eigenen großen Abenteuerfilm entstehen lassen kann. Und je nach Belieben wechseln sich Action- oder Liebesszenen ab, und man gibt sich selber eine Haupt- oder mal auch nur eine Nebenrolle. Ich meine damit nicht, am Ende des Lebens zurückzublicken und resümieren: “Hey, das war ja ein recht abwechselungsreicher Film, den ich da abgeliefert habe.” Ich meine, Regisseur und Darsteller zugleich zu sein und im Hier und Jetzt sagen zu können: “Ok, Eichelbrenner, als nächstes müssen wir ein paar Stuntszenen in Berlin drehen und danach auf jeden Fall ein paar Takes vor geiler Kulisse im Ausland.”

Warum ich hier den Vergleich zum Film suche? Einerseits, weil Film und Fernsehen zu meinem Berufsleben gehören. Ich kann nichts anderes. Andererseits bekomme ich durch diese bildliche Sprache eine wunderbare Überleitung zum Titel dieses Blogs.

Als Regisseur und Darsteller plant man seine Szenen und Auftritte. Olaf Eichelbrenner tut das mitunter sehr lautstark. Man malt sich Drehorte und Kameraeinstellungen aus und hat den unbändigen Drang, seinem Umfeld Ideen mitzuteilen, wirre Gedanken loszuwerden.  Über verständnisloses Kopfschütteln darf man sich da nicht wundern. Nicht, weil die Leute einem nicht folgen könnten. Es sind vielmehr der ständige Wechsel der Perspektive, die andauernde Flut an Informationen, die fortwährende Suche nach dem nächsten Kapitel und das chronische Wechseln der Frequenz, die dem ein oder anderen ganz schön zu schaffen machen. Wie soll man auch immer wissen, auf welcher Wellenlänge der Olaf nun wieder sendet und empfängt. Da mitzuhalten? Schwierig! Um ehrlich zu sein,  diese Gabe haben nur wenige Menschen. Meine Familie und meine engsten Freunde. In unterschiedlicher Ausprägung, versteht sich.

Aber ich liebe nun mal das kontinuierliche Drehen der Knöpfchen und Schieben der Regler. In Gedanken, im virtuellen und im wirklichen Leben. Manchmal stellt man aber auch zweifelhafte Frequenzen ein. Nicht immer sind die Inhalte lustig und leicht. Dann und wann ist das, was man sendet und empfängt auch überaus ernst, traurig, extrem krank und giftig oder einfach nur zu privat. Und so unterhaltsam sie auch sind, solche Sachen gehören unter Verschluss. Deshalb dürfen nur ausgewählte Leser das “Giftschränkchen” öffnen.

Sie können noch nicht ganz nachvollziehen, was mir diese ständigen Frequenzwechsel bringen? Versuchen Sie es doch mal mit einer Leibesübung und lesen Sie unbedingt die gesammelten (Un)wahrheiten des Olaf Eichelbrenners.

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